Altötting

Die Altöttinger Gnadenkapelle

Klein an Gestalt, aber groß an Geschichte und Bedeutung, beherrscht die Gnadenkapelle den weiträumigen Kapellplatz.

 Ihr Oktogon (achteckiger Turm), der Kernbau dieser Kirche, um das Jahr 700 entstanden, ist einer der ältesten bestehenden Kirchenbauten in Deutschland.

Seit 1489 besteht hier fortwährend die Marienvereehrung und die "Wallfahrt zu unserer lieben Frau von Altötting".

 

Die Stiftspfarrkirche

Südlich der Gnadenkapelle steht die zweitürmige gotische Stiftskirche St. Philipp und Jakob, die in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1499 und 1511 als letzte gotische Hallenkirche Süddeutschlands entstanden ist.

Durch den großen Strom der Wallfahrer war der Bau schon zehn Jahre nach Beginn der Wallfahrt notwendig.

Die Kirche ist 52 Meter lang, 18 Meter breit und im Mittelschiff 13 Meter hoch. Die schlanken Türme haben eine Höhe von 48 Meter. Unmittelbar daran angebaut ist die Wohnung der ehemaligen Stiftspröpste.

Im Innenraum befindet sich beim Nordportal eine Standuhr mit der Figur des Tod von Altötting.

Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1800. Das Altarbild aus dem Jahr 1796 von J. J. Dorner zeigt Maria als Helferin der Christenheit. Daneben stehen die etwas älteren Statuen der heiligen Rupert und Sebastian.

 

Die Basilika St. Anna

Die Basilika St. Anna in Altötting ist die größte im 20. Jahrhundert gebaute Kirche in Deutschland.

Die Kirche fasst 8.000 Personen, hat eine Länge von 83 Metern, eine Höhe von 24 Metern und eine Gewölbebreite von 27 Metern. 1913 erhob sie Papst Pius X. in den Rang einer päpstlichen Basilica minor.

Die Vorderfassade der Basilika gliedert sich in drei Stockwerke.

In der ersten Ebene stehen jeweils mit einer Größe von vier Meter die Ahnherren Christi: Adam, Abraham, Jesse und David.

Am oberen Abschluss der Fassade zeigt ein Reliefbild die Kirchenpatronin St. Anna mit Maria und dem Jesuskind.

Als Basilika minor ist an der Außenwand über dem Haupteingang das Wappen, im Gegensatz zu vielen anderen Basiliken, des aktuellen Papstes, nicht des Papstes, der sie zur Basilica minor erhoben hat. In der Kirche finden sich die acht Wappen der verstorbenen Päpste von Pius X. bis Johannes Paul II., die zuvor über dem Hauptausgang angebracht waren.

 

Die Br. Konrad-Kirche

Die Bruder - Konrad-Kirche in Altötting befindet sich in der Kapuzinerstraße.

Im Jahre 1654 berief Kardinal Graf Wartenberg die Franziskaner nach Altötting. Diese legten den Grundstein zum Bau der Kirche. Im Jahre 1657 wurde die Kirche dann der hl. Anna geweiht.

Die Franziskaner müssen in der Säkularisation 1802 das Kloster verlassen. Die Kirche St. Anna wird den Kapuzinern als Aussterbekloster zugewiesen. Unter König Ludwig I. erstarkt der Kapuzinerorden in Bayern und erlebt einen Aufstieg.

Von 1853 - 1894 lebt der Bruder Konrad Birndorfer, geb. am 22. Dez. 1818 in Parzham, im hiesigen Kloster. Er führte ein beispielhaftes Leben in Frömmigkeit, Demut, Armut und pflichtbewussten und wohltätigen Dienste als Pförtner. So reifte er im Laufe der Jahre zum Heiligen heran. Am 21. April 1894 starb er und beigesetzt wurde er in der Gruft unter dem Presbyterium. Papst Pius XI sprach ihn 1930 selig und 1934 heilig. Im Jahre 1953 wurde die Kirche St. Anna umbenannt in die Bruder Konrad Kirche.

Die Kirche besitzt eine schlichte Inneneinrichtung. In den Jahren 1956-1957 wurde die Inneneinrichtung im Gegenwartstil erneuert. In einem gläsernen Sarkophag in einer Metallfigur befinden sich heute die Gebeine des Heiligen.